Presseberichte

Silvia Willwertz wird von Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz für herausragendes ehrenamtliches Engagement geehrt.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (Mitte) verleiht die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz an Professor Winfried Blasweiler, Gisela Lohmüller, Silvia Willwertz und Raimund Scholzen (von links). TV-Foto: Friedemann Vetter  Foto: Friedemann Vetter (ClickMe)
 

(Trier) Im großen Saal der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer vier ehrenamtlich engagierten Männern und Frauen die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.

 

Trier. Die Landesverdienstmedaille wird als Zeichen der Anerkennung bei besonderen ehrenamtlichen Verdiensten für die Allgemeinheit verliehen. Die Ministerpräsidentin eröffnete ihre Rede mit den Worten: "Man kann sagen, dass diese Menschen ein Grundpfeiler unserer Demokratie sind. Ehrenamtliche Arbeit kann mühselig sein, weil es dauern kann, bis sich etwas verändert. Man erleidet Rückschläge und braucht einen langen Atem."

 

Mit der "Geheimsprache" zu anderen finden

Mit Händen singen: Elemente aus der Gebärdensprache können helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Fidibus Trier will ein Projekt dazu mit Kindern starten. Foto: Fidibus Foto: red red (red) ("TV-Upload red"
 

Trier. Kommunikation ist weitaus mehr als nur Sprache.

Ein Wimpernschlag, ein Blick, ein Schulterzucken,

ein Fingerzeig sagen manchmal mehr als tausend Worte - und können Menschen helfen, die unsichtbare Wand zu anderen zu durchbrechen. "Denn wer sich nicht oder nur ungenau verständigen kann, ist oft sehr einsam und frustriert", sagt Silvia Willwertz vom Familienzentrum Fidibus in Trier. Nicht oder ungenau sprechen zu können, kann viele Ursachen haben: Sie können körperlich sein, aufgrund von Schüchternheit oder einfach nur, weil man aus einem anderen Land kommt und die Sprache nicht spricht.

 

Mit dem Meine-Hilfe-zählt-Projekt "Wir singen mit den Händen" sollen Kinder und Erzieher sogenannte lautsprachunterstützende Gebärden kennenlernen. Das bedeutet, dass nur sinntragende Schlüsselwörter eines gesprochenen Satzes mit einer Bewegung beispielsweise der Hand ausgedrückt werden. Geplant ist laut Willwertz, dass eine Musikpädagogin eine Kindertagesstätte erst einmal über sechs Wochen begleitet. In dem Einführungskurs üben Kinder und Erzieher beim gemeinsamen Singen und Musizieren die lautsprachunterstützenden Gebärden ein. Die Idee zu dem Projekt hatte die Fidibus-Vereinsvorsitzende Willwertz selbst: "Beim Musizieren, Tanzen und Bewegen mit Kindern verwendet man ohnehin immer Gebärden - warum nicht die aus der deutschen Gebärdensprache nehmen?", sagt sie.


Ihre Erfahrungen seien so positiv, dass es ihr ein Herzensanliegen sei, das Projekt vielen Menschen zugänglich zu machen. Denn mit einfachen Mitteln könne viel erreicht werden. "Schon nach vier Wochen setzte bei einigen Kindern, die bis dahin keine oder kaum Lautsprache verwendet haben, ein Riesenerfolg ein", weiß Willwertz. Ein schüchterner Junge habe etwa während des Fahrzeuglieds gelernt, ein Stoppzeichen darzustellen, das alle anderen Kinder akzeptierten. Bei einem Kind mit einer schweren Beeinträchtigung seien Ärzte bislang davon ausgegangen, dass das Kind sich nicht mitteilen könne und auch die kognitive Entwicklung kaum möglich sei, sagt Willwertz. Mit Hilfe der Gebärden könne das Kind nun zeigen, was es mag und was es nicht mag. Und es sei viel fröhlicher geworden. "Ein enormer Gewinn für alle", sagt Willwertz. Das Erlernen der lautsprachunterstützenden Gebärden hat für die Kinder wohl etwas Geheimnisvolles. "Sie empfinden sie als eine Art Geheimsprache", sagt die Fidibus-Leiterin. Das Familienzentrum arbeitet mit dem Trierer Hör-Beratungs- und Informationszentrum (HörBiz) eng zusammen, einige Kitas haben schon ihr Interesse an dem Projekt bekundet.


TV-Leser können das auf Spenden angewiesene Meine-Hilfe-zählt-Projekt finanziell unter der Projektnummer 41614 unterstützen - damit noch mehr Kinder aus ihrer Isolation ausbrechen können.

"Hier bin ich richtig, hier gefällt es mir"

Das Familienzentrum Fidibus ist ein Ort, an dem sich Erwachsene und Kinder zum Spielen und Reden treffen können. Vereinsmitglied Hannah Swoboda ist vor allem von der familiären Atmosphäre begeistert.

Als ich vor mehr als vier Jahren für mich und mein Baby eine Krabbelgruppe zum Erfahrungsaustausch suchte, hatte ich nicht viel Glück. Zwar gab es Angebote für Mütter mit Kleinkindern, aber die zeitliche Begrenzung von einer Stunde hat mich eher gestresst als entspannt.

 

TV-Serie Mein Verein


Ein Kind ist ja nicht auf die Minute genau zu programmieren, und bis ich mit dem fertig gestillten Kind endlich mit Sack und Pack zur Krabbelstunde kam, war die Zeit fast schon wieder um. Mit einem gemütlichen Treffen hatte das nichts zu tun. Als ich dann vor drei Jahren mit meinem zweiten Kind schwanger war, wurde ich auf Fidibus aufmerksam. Von uns zu Hause ist es nur ein kurzer Spaziergang zur Weismark. Als ich zum ersten Mal im Familienzentrum ankam, dachte ich: "Hier bin ich richtig, hier gefällt es mir!"
Die Atmosphäre ist toll, der große Raum ist gepflegt und hell, gemütlich wie ein Wohnzimmer und mit vielen Spielmöglichkeiten auch für die Allerkleinsten perfekt ausgestattet. Es gibt einen Garten mit Sandkasten und Rutsche, und in Hochbeeten können Kinder erleben, wo Kräuter und Gemüse herkommen. Mit meinem dreijährigen Sohn besuche ich gern die sogenannte Rast-Gruppe mit offenem Beginn ab 9 bis 11.30 Uhr. Aber auch für meine fünfjährige Tochter gibt es hier Angebote, die wir nachmittags nutzen. Wir basteln Musikinstrumente und musizieren zusammen mit anderen.
Überhaupt bin ich von den kreativen Bastel- und Spielideen, die die Vorsitzende, Silvia Willwertz, aus dem Hut zaubert, immer wieder begeistert. Mich beeindruckt, mit wie viel Herzblut und Engagement sie und andere Eltern sich einbringen. Davon lebt so ein Verein.

 

Zwar muss man kein Mitglied sein, um die Angebote wahrzunehmen, aber mich hat das Konzept von Anfang an so überzeugt, dass ich dem Verein beigetreten bin. Inzwischen bin ich selbst engagiert. Silvia Willwertz und ich haben uns ein Tischpuppenspiel für Kinder ab vier Jahren ausgedacht, das wir im September aufführen wollen.
Ich mag das Familiäre an dem Haus. Da man sich für den offenen Treff am Freitagnachmittag nicht anmelden muss, weiß man nie, wie viele Kinder und Eltern oder auch Großeltern kommen. Aber man findet immer Anschluss, und bei Kaffee und Kuchen kann man sich gut unterhalten, während die Kinder miteinander spielen. Das Motto des Vereins lautet "Im Mittelpunkt der Mensch". Genau das kommt rüber.
Aufgezeichnet von Karin Pütz

 

 

Extra

Das Fidibus-Zentrum für Familie, Begegnung, Kultur wurde vor fünf Jahren als gemeinnütziger Verein gegründet und hat derzeit 72 Mitglieder. In der Gratianstraße 5 - 7 werden neben einem offenen Treff für Eltern mit Kindern zahlreiche Kurse für Kinder und Erwachsene sowie Fortbildungen für Erzieher und Pädagogen angeboten. Erste Vorstandsvorsitzende ist Silvia Willwertz. Die Höhe des Mitgliedsbeitrags ist unabhängig von der Anzahl der Familienmitglieder und beträgt 36 Euro jährlich. kap Weitere Informationen sowie das aktuelle Programm gibt es auf der Homepage des Vereins unter www.fidibus-trier.de

Hier finden Sie uns:

fidibus

zentrum für familie I begegnung I kultur e. V.
Gratianstr. 5-7
54294 Trier

Kontakt

Rufen Sie einfach an 0651/2060949 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Wir suchen Verstärkung für unser Team:

- FamTisch-Moderatoren

sowie ehrenamtliche Helfer für Haus und Garten, Öffentlichkeitsarbeit, Vorleseprojekte und Offener Treff.

_____________________

Sie können auf vielfältige Weise unser Familienzentrum unterstützen:

fidibus-Miet-Mosaik
fidibus-Miet-Mosaik.pdf
PDF-Dokument [455.3 KB]
Antrag auf Mitgliedschaft im fidibus e.V.
Mitgliedschaft fidibus e.V. - Beitrittse[...]
PDF-Dokument [423.2 KB]
Druckversion Druckversion | Sitemap
© fidibus - zentrum für familie I begegnung I kultur e. V.